Folgenschwere Irrtümer

Häufig werden Kaninchenzüchter von Tierschutzorganisationen mit verschiedenen Forderungen hinsichtlich Aufzucht, Haltung und Fütterung konfrontiert. Dr. Wolfgang Schlolaut nimmt  in der August-Ausgabe von kaninchenzeitung.de einige Irrtümer unter die Lupe.
Mögen uns diese Gedanken in unseren Bemühungen für das Tierwohl helfen und bestärken.

Folgenschwere Irrtümer (Kaninchenzeitung.de 08/21)

Wer ist Dr. Schlolaut?
 Wolfgang Schlolaut hat nach dem zweiten Weltkrieg von 1946 bis 1949 an der Universität Jena Landwirtschaft studiert. Sein Studium schloss er mit einer Diplomarbeit über die Ernährung des Kaninchens ab. Schon im Jahr 1951 konnte er seine Doktorarbeit zur Säuge- und Aufzuchtleistung von Kaninchen fertigstellen. Bereits frühzeitig begann er, sich wissenschaftlich mit Kaninchen zu beschäftigen – und interessiert sich noch immer dafür.
Nach dem Studium arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent am Landesinstitut für Kleintierzucht in Merbitz bei Halle. Von 1952 bis 1958 hatte er die Leitung der Forschungsanstalt und Fachschule für Tierzucht in Ludwigshof/Thüringen inne. Aus politischen Gründen ging er 1958 in die Bundesrepublik, in der er sich eine neue berufliche Existenz schuf. Er war zunächst als Fachberater für Melkanlagen tätig. Parallel dazu absolvierte er ein Referendariat an der Landwirtschaftskammer Weser/Ems. Nach einer kurzen Tätigkeit als stellvertretender Leiter der rheinland-pfälzischen Lehr- und Versuchsanstalt Neumühle übernahm Dr. Schlolaut am 1. Juni 1963 die Leitung der Hessischen Landesanstalt für Leistungsprüfungen in der Tierzucht Neu-Ulrichstein. Über ein Vierteljahrhundert bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahre 1990 lenkte er sehr erfolgreich die Geschicke dieser Einrichtung.
Sein besonderes wissenschaftliches und praktisches Interesse war neben der Kaninchen- auf die Schafzucht und -haltung konzentriert. Daneben liegen auch Arbeiten von ihm zur Rinder-, Schweine-, Geflügel- und Bienenzucht wie zu Ökologie und zum Umweltschutz vor. Über 300 Publikationen, darunter mehrere Fachbücher, geben Zeugnis von seiner wissenschaftlichen Kreativität. Vor allem das „Große Buch vom Kaninchen“ ist untrennbar mit seinem Namen verbunden.
Dr. Wolfgang Schlolaut war in vielen Gremien tätig, von denen die Deutsche Gruppe der World Rabbit Science Association, deren Vorsitzender er einige Jahre war, und der DLG-Ausschuss für Kaninchenzucht und -haltung, den er 14 Jahre lang leitete, besonders hervorgehoben werden sollen.
Wolfgang Schlolaut ist bis in das hohe Alter geistig rege geblieben und vertritt nach wie vor leidenschaftlich seinen Standpunkt in Diskussionen zu Haltung und Fütterung von Kaninchen. Aktuelle Publikationen sind Ausdruck seines Interesses an der tiergerechten und tierschutzkonformen Unterbringung der Kaninchen. Gern begründet er mit „brain jogging“ als Voraussetzung für körperliche und intellektuelle Regsamkeit seine Aktivitäten.
Prof. Dr. Steffen Hoy, Gieße

Quelle: Kleintiernews.de